rückblick staffel 1

dok you stellt unterhaltsame und anspruchsvolle Kinderdokumentarfilme unter professionellen Bedingungen her. Da die Filme speziell für Kinder und Jugendliche gemacht werden, wird bei der Bildsprache und in der Erzählperspektive die Welt aus Sicht von Kindern gezeigt. 

dok you ist 2008 gestartet, damit die Filmbranche, das Fernsehen und die Zuschauer auf diese spannenden Filme aufmerksam werden.


dok you bringt alles unter einen hut
Die Weiterbildung war von Anfang an ein wichtiger Punkt von dok you. Den Filmemachern wurde im Herbst 2008 von Experten beigebracht, wie man kreative Dokumentarfilme für junge Menschen macht. Weil es in Deutschland bisher nur wenige Kinderdokumentarfilme gibt, haben Filmemacher und Produktionsfirmen nämlich kaum Erfahrungen in diesem Bereich. Durch die dok you-Weiterbildung wurden sie gut darauf vorbereitet, ihre eigenen Filme zu machen. Sie haben sich zum Beispiel gemeinsam mit Schülern Beispiele gelungener Kinderfilme angeschaut. So konnten sie in die Kinderwelt eintauchen, Vertrauen zu ihrer jungen Zielgruppe aufbauen und auf die Ideen der Kinder eingehen. Außerdem gab es noch eine europäische Fachtagung. Dort wurden Beispiele von internationalen Filmemachern besprochen, es gab Kinderfilmvorführungen und die Filmemacher und Experten lernten sich kennen.

Fachleute halfen den Filmemachern danach bei der Entwicklung ihrer Filmidee. Eine Jury entschied schließlich, welche Filme wirklich gemacht werden. Der WDR zeigte die fertigen Filme im Fernsehen.


die filmemacher und produzenten
So begann dok you im Jahr 2008: Zehn Filmemacher nahmen am ersten Durchlauf von dok you teil. An zehn Schulen in NRW führten sie Film-Workshops mit Schülern durch und entwickelten ihre dok you-Filme. Wer sie sind und was sie bisher gemacht haben, könnt ihr hier nachlesen:

Martin Brand wurde 1975 in Bochum geboren und studierte Kunst und Germanistik in Bochum und Dortmund. Zurzeit lebt und arbeitet er als Medienkünstler in Köln. In den vergangenen Jahren hat er zahlreiche Film- und Videoprojekte realisiert. Darin geht es vor allem um gesellschaftlich-soziale und politische Überlegungen. Martin mischt dabei oft Dokumentation und Fiktion, zufällige Beobachtung und Inszenierung. Themen wie Jugend und Identitätssuche in Verbindung mit Gewalt, Orientierungs- und Haltlosigkeit spielen inhaltlich eine große Rolle. Er hat auch in Osaka (Japan), Utrecht (Niederlande), Berlin und Turku (Finnland) gearbeitet. Seine Filme und Videoinstallationen wurden auf internationalen Filmfestivals sowie in Museen und Galerien gezeigt.
Bettina Braun wurde 1969 in Hamburg geboren. Sie studierte Graphic-Design in London und Audiovisuelle Medien in Köln. Seit 1993 arbeitet sie als Regisseurin für das Fernsehen. Gemeinsam mit Britta Wandaogo gründete sie im Jahr 2000 die Firma “Filmdokument”. Seit 2003 lehrt sie Audiovisuelle Mediengestaltung.
2005 erhielt sie den Förderpreis des Landes NRW für junge Künstlerinnen und Künstler in der Sparte Film.
Piet Eekman wurde 1964 in Berlin geboren und lebt in Brüssel. Er studierte Film an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam bei Berlin und an den Filmschulen INSAS – section réalisation film & télévision und St. Lukas Institut in Brüssel.
Ariane Kessissoglou wurde 1971 in Köln geboren. Sie studierte Film in Köln, Genf und auf Kuba. Heute arbeitet sie als Autorin, Regisseurin und Producerin für Fernsehen und Radio. 2004 war sie Jurymitglied bei dem Dokumentarfilmfestival “Visions du Réel” in Nyon.
Volker Köster wurde 1966 geboren. Er studierte Film- und Fernsehwissenschaften in Bochum und wurde anschließend in Dortmund zum Diplom Designer Film.
Seit 1994 ist er freier Filmemacher, arbeitet als Cutter und als technischer Leiter bei den Filmfestivals Internationale Kurzfilmtage Oberhausen und Duisburger Filmwoche. 2005 bis 2007 lehrte er an der Fachhochschule Gelsenkirchen im Bereich Kamera/Schnitt.
Susanne Quester wurde 1979 in Starnberg bei München geboren. Sie studiert seit 2001 Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik in München. Von 2004 bis 2005 war sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der Korean National University of Arts in Seoul, der Hauptstadt von Südkorea.
Bernd Sahling wurde 1961 in Naumburg geboren. Von 1984-1986 arbeitete er als Regieassistent für Kinderfilme im DEFA-Studio, einem Filmstudio in der früheren DDR. Anschließend studierte er in Babelsberg Film- und Fernsehregie. Seit 1991 ist er Autor/Regisseur. Von 1995 bis 1996 war er mit einem Stipendium in den USA am Columbia College Chicago und an der Northwestern University. Er gibt heutzutage Workshops zur Filmarbeit für Kinder in Singapur, USA, Deutschland, Italien und Norwegen.
Alexandra Schröder wurde 1975 in Berlin geboren. Von 1997 bis 2004 studierte sie in Düsseldorf Fotografie und Film. Sie arbeitete als Dramaturgin und Lektorin von 2003 bis 2005 bei der Filmproduktionsfirma “Discofilm” in Köln. 2005 hat sie das Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln im Bereich Film/Fernsehen aufgenommen. Ihr Diplomfilm heißt “Glasfasern”.
Ihren dok you-Film “Gelb & Pink” hat sie gemeinsam mit dem Kameramann Benjamin Bischof gemacht. Er studierte Kamera in Dortmund und hat schon mehrfach mit Schulklassen gearbeitet.
Anna Wahle wurde 1981 in Köln geboren. Zwischen 1997 und 2002 entstanden ihre ersten Kurzfilme (Regie/Buch/Produktion) in Koproduktion mit dem Filmhaus Köln. Dann studierte sie Regie in Köln und realisierte 2005 mit einer Filmschule in Warschau das Dokumentarfilmprojekt “Alexander”, bevor sie bis 2006 Dokumentarfilm in Zürich und Lausanne studierte. Für den Wettbewerb “Arbeit in Zukunft” drehte sie 2006 den Dokumentarfilm “Mit Pferden kann man nicht ins Kino gehen”.
Britta Wandaogo studierte Kommunikationsdesign in Wuppertal und dann noch Dokumentarfilm und Interaktive Medien in Köln. 2000 gründete sie die Firma “wandaogo-production” und 2001 gemeinsam mit Bettina Braun die Firma “Filmdokument”. Sie ist Gründungsmitglied des Netzwerkes für Dokumentarfilmerinnen “LaDoc”. Seit 2003 hat sie einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Düsseldorf und arbeitet als Filmemacherin.
Auch Meike Martens und Janna Velber waren schon bei der ersten Staffel von dok you an Bord.

die experten
Was in Deutschland noch in den Anfängen steckt, ist in den Niederlanden und in Frankreich schon viel weiter: der kreative Kinderdokumentarfilm. Für die Weiterbildung hat dok you deshalb aus den beiden Ländern Experten eingeladen:

Philippe Fréville war über zehn Jahre im Regional-Rat von Nord-Pas de Calais für Kino und Fernsehen zuständig. Er leitet dort die Produktionsabteilung im Centre Régional de Ressources Audiovisuelles. Das Zentrum fördert vor allem junge Filmemacher bei der Herstellung von Spielfilmen, Dokumentarfilmen und Video-Kunst. Es führt außerdem grenzüberschreitende künstlerische Programme für junge Menschen aus Frankreich und Belgien durch.
Marine Place ist Autorin und Regisseurin von dokumentarischen Serien und Kurzfilmen. 1995 entstand ihr erster Kurzfilm “Rebond”, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. 2002 machte sie ihre erste Dokumentarfilm-Reihe “Télécité” für den Fernsehsender France 3. Es folgten weiteren Serien und Kurzfilme.
Marine findet Filmbildung sehr wichtig und spannend und nahm deshalb als Regisseurin an den Projekten “Fais ton cinéma” (Ausgaben 2003 und 2004) sowie „En Quête d’Image“ teil. Die wurden vom Centre Régional de Ressources Audiovisuelles durchgeführt, das Philippe Fréville leitet. In diesem Rahmen entstand ihr Dokumentarfilm “Valentin” (2007), den sie gemeinsam mit Schülern drehte und den dok you-Teilnehmern präsentierte.
Menna Laura Meijer studierte Journalistik in Utrecht und Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaften in Amsterdam.
Seit Ende der 1990er Jahre macht sie Dokumentarfilme für Kinder und für Erwachsene. Für ihren Film “Meisjes (Girls)” (2003) und den Nachfolgefilm “Jongens (Boys)” (2005) erhielt sie zahlreiche Preise: In den Filmen erzählen und zeigen jeweils drei Jungen und drei Mädchen, was sie am anderen Geschlecht am meisten fasziniert und irritiert. Seit 2004 arbeitet Menna für kids&docs, das niederländische Vorbild von dok you. Sie stellte den dok you-Teilnehmern während der Weiterbildung eine Episode ihrer Dokumentarfilm-Serie “Sexy” vor und erklärte ihre Arbeitsweise.
Ingeborg Jansen wurde 1965 in Amsterdam geboren. Sie studierte Film- und Theaterwissenschaft sowie Dokumentarfilm und Schnitt. Seit 1992 macht sie Dokumentarfilme, vor allem für das niederländische Fernsehen. Ein Großteil davon beschäftigt sich mit Kindern und Jugendlichen. Mit Hilfe von Filmausschnitten diskutierte sie mit den dok you-Teilnehmern über ihre Vorgehensweise.

die jury
Als die Workshops an den Schulen vorbei waren, entstanden aus den Begegnungen zwischen Schülern und Filmemachern zehn Filmideen. Die Filmemacher haben das Leben aus Kindersicht eingefangen und für ein junges Publikum erzählt.
Ihre Treatments wurden im März 2009 einer Fachjury vorgelegt. Diese Jury bestand aus fünf Dokumentar- und Kinderfilmexperten. Sie lasen, diskutierten und entschieden über die zehn Filmideen. Dann wählten sie die sechs besten Treatments aus. Diese wurden dann mit Hilfe des WDR verfilmt. Premiere feierten die fertigen Filme im November 2009 bzw. 2010 während der Duisburger Filmwoche.
Auf dem Bild oben seht ihr die Jurymitglieder: Anna Fantl, Michael Jahn, Margret Albers, Leopold Grün, Andrea Ernst (v.li.).

Margret Albers wurde 1967 in Nordenham geboren. Sie studierte zuerst Anglistik und Germanistik in Göttingen und Berkeley und anschließend noch audiovisuelle Medienwissenschaft in Potsdam-Babelsberg. Nebenbei arbeitete sie als Journalistin und in der Lehrerfortbildung. Margret kennt sich bestens im Kinderfilm aus: 1996 wurde sie Geschäftsführerin der Stiftung “Goldener Spatz” und leitet seitdem das gleichnamige Kinder-Film- & Fernseh-Festival. Außerdem ist sie seit 2000 Vorstandssprecherin des Fördervereins Deutscher Kinderfilm e.V. und kümmert sich um die Studienleitung der Akademie für Kindermedien.

Andrea Ernst wurde in Österreich geboren, studierte in Wien Sozialwissenschaften und arbeitete als Wissenschaftsjournalistin und Autorin für den ORF. Sie schrieb einige Sachbücher, zum Beispiel über den amerikanischen, aus Österreich stammenden, großen Filmproduzenten Eric Pleskow. Ende der 1980er Jahre kam Andrea Ernst zum WDR nach Köln. Dort ist sie seit 1997 Fernsehredakteurin im Bereich Kultur. So begleitete sie von 2002 bis 2007 in der Redaktion von Arte vor allem Wissenschaftsdokumentationen, Dokumentarfilme und internationale Koproduktionen. Seit 2008 kümmert sich Andrea um Planet Wissen, Planet Schule und tag7. Sie ist außerdem Mitglied mehrerer Jurys und engagiert sich für die Schulung von Produzenten.

Anna Fantl wurde 1954 geboren, studierte Romanistik und Geschichte in Aachen. Von 1989 bis 1995 arbeitete sie für den medienpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag von NRW. Danach war sie im Filmbüro NW e.V. stellvertretende Geschäftsführerin und verantwortlich für die kulturelle Filmförderung in NRW. Seit 2003 macht sie dasselbe nun bei der Filmstiftung NRW und betreut dort seit 2006 auch die Nachwuchsförderung. Anna Fantl war außerdem Mitglied im WDR-Rundfunkrat, im Deutschen Kulturrat in der Sektion Film und Medien und im Vorstand der Bundesvereinigung des Deutschen Films. Zusätzlich sitzt sie in verschiedenen Jurys, z.B. beim ver.di-Fernsehpreis (seit 2001) und beim Filmfest Düsseldorf (seit 2003).

Leopold Grün wurde 1968 in Dresden geboren. Er studierte Sozial- und Medienpädagogik in München und wurde zunächst Grundschullehrer. Im Anschluss studierte er noch Sozialwissenschaften und Medienberatung mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm in Berlin. Es arbeitet nicht nur als Filmemacher sondern seit 1996 auch als Medienpädagoge und Medienberater bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF). Er ist Mitglied der AG Dok und seit 2006 auch bei “doxs! kino – dokumentarfilme für kinder und jugendliche” in Duisburg. In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung entstand 2008 die DVD-ROM “Krieg in den Medien”.

Michael Jahn wurde 1975 geboren und studierte in Leipzig Kommunikations- und Medienwissenschaften sowie Kulturwissenschaften. Er arbeitete als Journalist und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, vor allem für das Filmfest Dresden, das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm und das Internationale Forum des jungen Films der Berlinale. Außerdem arbeitete er auch für die AG Kurzfilm. 2006 übernahm er die Projektleitung der SchulKinoWochen bei Vision Kino. Die stellen das größte Angebot zur schulischen Filmbildung in Deutschland bereit.

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